Meine Infektion mit dem Virus Pferd!


Ich heiße Rolf Lauer, bin Baujahr 1947 u. reite seit 1988. Damals war meine Tochter Kristina (Tina) 8 Jahre alt und hatte mit dem Voltigieren angefangen. Resultat: Es stank in unserer Wohnung des öfteren nach Pferd und Stall. Um den ewig nörgelnden Vater umzustimmen schleppte mich mein weiblicher Familienanhang in den Pferdestall. Hier machte ich den Fehler einem Pferd zu tief in die Augen zusehen. Daraus entwickelte sich eine ruinöse Leidenschaft, oder besser Infektion. Ich hatte mir heimlich viele Bücher und Reitklamotten gekauft und war nach einem heimlichen Studium der Materie ein perfekter Reiter bis, ja bis der Diensthabende Übungsleiter beim Zuschauen der Reitstunde meiner Tochter zu mir sagte, du kannst dich umziehen, ich weiß dass du alles hast (haben die Weiber was gemerkt?) Also bekam ich meine erste Reitstunde mit der Feststellung, dass dieses sture Schulpferd (nach der Longe durfte ich es frei probieren) meine Bücher nicht gelesen hatte, sonst müsste das Vieh die Lektionen doch beherrschen! Nun ja damit begann meine reiterliche Laufbahn. Da ich alle Dinge, die einmal angefangen habe mit großer Leidenschaft und erarbeiteter Kompetenz durchführe, z.B. frühzeitige Reitstunden bei qualifizierten Lehrern, intensive Einarbeitung in die Pferdehaltung und Pflege, sehr genaue Beobachtung von Schmieden und Tierärzten, sowie das große Glück nach einem Jahr Pferdebesitzer in einem Stall zu werden, in dem eine äußerst kompetente Pferdehaltung betrieben wurde. Unser erstes, der Jupiter (ein Jugolsohn) war 8 Jahre alt und mit allen Wassern gewaschen. Er war ein saueres Springpferd, das aber bis A durchaus kooperativ war. Mehr wollten wir auch nicht. Vater und Tochter machten auf ihm das Reiterabzeichen und lernten von ihm den richtigen Umgang mit Pferden. Nach 3 Jahren merkten wir, dass wir noch ein Pferd benötigen, daraus ergab sich auch ein Vereins- und Stallwechsel, sowie die negative Seite des Pferdesports. Es gesellte sich unsere Hannoveranerstute Acapulco-Patsy (Absatz-Linie) zur Familie. Ein 1,50m großes Energiebündel, eigenwillig und charakterstark. Leider stellte sich ein Drama erster Ordnung, nämlich der Tod unseres Jupiters, erst 12 jährig ein. Sein Nachfolger wurde der Hessenwallach Webster (Wabbl), der sich als äußerst schwierig herausstellte und mit viel Geduld zu einem zuverlässigen Geländepferd wurde . Tochter und Stute sind L-Dressur fertig . Vater blieb in etwa bei A, weil er nicht mehr wollte und  das geeignete Pferd nicht zur Verfügung hatte. Heute haben wir den Turnieren lebe wohl gesagt, aber nicht ohne wöchentliche weitere Ausbildung. Tochter ging noch Distanz bis 60 km mit Erfolg u. reitet heute nur noch freizeitmäßig.


Des weiteren habe ich meinem Webster, der bis März 2000  barfuß ging, immer die Hufe selbst gemacht, zur höchsten Zufriedenheit unseres Schmiedes. Wenn man als Erwachsener in dieses Geschäft einsteigt sieht man manche Dinge etwas anders und handelt anders, als wie Kinder die, die älteren Reiter wie Halbgötter ansehen und nicht merken was oft für ein Mist auf dem Rücken wehrloser Tiere abgeladen wird.  Ich persönlich habe sehr viel aus Fehlern anderer gelernt und habe auch meinen Stall (auf unserer schon lange angepachteten Koppel) nach entsprechenden Kriterien gebaut. Ich habe erfolgreich einen HL-TTE-Paddock aufgebaut u. hinterher festgestellt, dass 25cm Schotter gerüttelt mit 10cm Kieselsplitt das Gleiche bewirken für einen Bruchteil der Kosten.  


Meine Tochter ist inzwischen verheiratet u. Mutter u. steht mit Patsy näher an der Wohnung! Seit 25.10.2007 sind wir ein 3 Sterne LAG-Stall. Nach einigen Abenteuern mit uneinsichtigen Einstellern hatte wir gestandene Partner im Stall. Leider Starben denen nach relativ kurzer Zeit die Pferde weg. Heute haben wir hoffentlich für lange eine liebes Pferdekompetentes Distanzreiterpaar mit einem liebenswertem Araber. Dennoch schlug das Schicksal bei mir zu.
Wabbl verstarb am 27.07.2011, nach 17 jähriger Partnerschaft an, Nierenversagen.
Mit Hilfe unserer TÄ hatten wir aber schnell wieder einen Neuen.
Leroy! Ein 16-jähriger Bayer, welcher in vielen Dingen Wabbl ähnlich ist. Am 11.11.2013 verstarb Tinas Patsy 29 Jährig. Mit Ihr ging auch unsere Geschichte in die Chronik über. Leroy, meine Frau Christa u. ich, sowie Christine u. Jens Jung mit Ihrem Sheymoon betreiben jetzt gemeinsam unseren Stall.  


So eine lange Geschichte. Ich bin kein Profi, habe mich nur sehr oft an Profis angelehnt und einiges von ihnen gelernt, auch Dinge die man besser bleiben läßt.